Mein erstes Jahr als Mama {ein kleiner Einblick in unser Leben}

Morgen feiert Theo seinen ersten Geburtstag und hinter mir liegt mein erstes Jahr als Mama. Meine Gedanken fahren Achterbahn. Was für ein Jahr! Und wie schnell ist die Zeit vergangen {meist gesagter Satz 2014 ;-)}!

Theo

Alles war so neu, so anders, nervenaufreibend, wunderschön, zum Weinen, zum Lachen…

Während meiner Schwangerschaft hatte ich genügend Zeit mich auf mein neues Leben als Mama vorzubereiten. Zumindest dachte ich das ;-) Ich habe viel in Ratgebern gelesen, mich mit anderen Mamis unterhalten, gut im Geburtsvorbereitungskurs aufgepasst während die Männer schon bei der Entspannungsübung friedlich schnarchten. Und dann kam irgendwie alles anders {Ok, ok. Ich gebe zu: meine Vorstellungen, wie das Leben als junge Familie sein wird, waren wohl etwas zu romantisch und vielleicht auch etwas naiv…}.

Theo wurde per Kaiserschnitt geboren. Ich habe während meiner Schwangerschaft so gut wie keinen Gedanken an einen Kaiserschnitt verschwendet. Ich werde Theo auf natürlichem Weg gebären. Warum auch nicht?! Während der Wehen fielen Theos Herztöne in den Keller, ein Kaiserschnitt war unumgänglich. Für mich zu diesem Zeitpunkt ein Schock. Damit habe ich nicht gerechnet. Dummerweise habe ich die letzten Tage meiner Schwangerschaft „Greys Anatomy“ rauf und runter gesehen. Das hat mit den Weg zum OP nicht wirklich erleichtert ;-) Mit dem Kaiserschnitt kann ich mittlerweile gut leben. Die Narbe ist so etwas wie eine Unterschrift. Theos Unterschrift auf meiner Haut.

Auch das Stillen hat nicht so reibungslos geklappt, wie ich es mir  anfangs vorgestellt  habe. Ich habe mal in einem Ratgeber gelesen, dass man sich einen gemütlichen Platz zum Stillen herrichten soll. Es könnte zum Beispiel eine Tasse Tee und ein gutes Buch bereit liegen, was man während des Stillens gemütlich lesen könne. In keiner Minute, in der ich (vielleicht zu krampfhaft und ungeduldig) versucht habe meinen Sohn zu stillen, habe ich daran gedacht nun mal ein gutes Buch zu lesen. Und letzten Endes weiß ich, dass Theo die Pre-Milch auch nicht geschadet hat ;-)

Ebenso haben mich die Hochs und Tiefs des Wochenbettes ganz schön überrannt. Auch hier hatte ich in meiner Vorstellung wieder die rosarote Brille auf: die junge Familie sitzt kuschelig auf der Couch, geht im ersten Schnee des Jahres spazieren, macht ein Nickerchen, wenn das Baby schläft, kocht nahrhafte Gerichte… Im Nachhinein kann ich herzhaft über meine Vorstellung lachen ;-) Natürlich lief es alles irgendwie anders ab: so richtig kuschelig wurde es erst später. In den ersten 6 Wochen hat Theo geschrien was das Zeug hält und einer war immer damit beschäftigt, den armen Wurm durch die Gegend zu tragen. Ich hatte noch Schmerzen vom Kaiserschnitt, Spaziergänge waren also noch nicht wirklich angenehm. Mehr als einmal um den Block war anfangs nicht drinn. Natürlich habe ich auch oft versucht zu schlafen, wenn Theo schläft, aber es gab ja noch so viel anderes zu tun. Haushalt, Wäsche, Einkäufe. Und dann gab es Abende an denen wir um 22 Uhr überlegten, ob wir tatsächlich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben. Aber dann wurde es dann besser. Theo hat sich überlegt, dass Schlaf doch gar nicht so schlecht ist und wir konnten das erste Mal unsere Zeit als kleine Familie genießen. Leider war dann die Elternzeit meines Mannes auch schon fast vorüber ;-).

Ich muss kurz erwähnen, dass wir die allerbeste Hebamme an unserer Seite hatten! So viele Fragen wurden geduldig beantwortet, gut zugeredet, beruhigt und getröstet. Schade, dass man nicht das komplette erste Lebensjahr des Kindes Anspruch auf eine Hebamme hat, ich hätte es angenommen ;-)

Es hat eine Weile gedauert, bis Theo und ich eine Art Alltag gefunden haben. Herr B. musste wieder arbeiten und alles war plötzlich noch mal neu. Ich habe mich anfangs wirklich schwer damit getan, auch mal spontan das Haus zu verlassen und mir so selbst viele Steine in den Weg gelegt. Aber auch das hat sich irgendwann gelegt und ich wurde entspannter.

Aus meinem Geburtsvorbereitungskurs hat sich eine Krabbelgruppe gebildet. Der Austausch mit den anderen Mamis tut mir gut. Sei es nur zu hören, dass an Schlaf bei den anderen auch gerade nicht zu denken ist, ein anderes Kind auch nur Nudeln und Bananen essen möchte, oder noch einen super Tipp gegen Bauchweh oder andere Wehwehchen zu bekommen.

Dann ist da ja noch die Sache mit den Zähnen. Theos erster Zahn kam quasi über Nacht. Kein Gequengel. Keine schlaflosen Nächte und getrunken hat er auch wie immer. „Was machen denn alle fürn Trara ums Zahnen?“ Tja, leider wurde ich auch hier schnell eines besseren belehrt. Die nächsten Zähne kamen nicht mehr so einfach durch. Schmerzen, rote Wangen, nicht mehr essen wollen, nur getragen werden. Armer kleiner Theo. Aber auch arme Eltern! Diese Zeit kostet ordentlich Nerven. „Das geht alles vorbei!“ ist noch heute mein Mantra in einer schlaflosen Nacht. „Nach einer schlechten Nacht folgt eine gute!“ sagte meine Hebamme mal, ich gebe die Hoffnung nicht auf ;-)

Generell ist es mit dem Schlafen bei uns auch noch ein bisschen schwierig. Alles eine Phase… Hört man gerne. Hört sich nur leider nach vielen schlaflosen Nächten hintereinander nicht so hoffnungsvoll an, wie es wohl sollte. Mal schläft Theo die ganze Nacht durch, 12 Stunden am Stück. Mal wacht er nach 30 Minuten Schlaf wieder auf und denkt gar nicht daran für die nächsten 4 Stunden die Augen wieder zu zumachen. Wir arbeiten noch an einem guten Rhythmus ;-)

Und wenn man sich gerade mal entspannt zurücklehnt, weiß wie der Hase läuft und glaubt sein Kind zu kennen, kommt doch wieder alles anders ;-) Ein Beispiel: Theo hat seine Banane immer in kleine Scheiben geschnitten gegessen. Dann gab es plötzlich ein riesen Geschrei, als ich die Schale mit den Bananen-Scheiben vor ihn stellte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass er von heute auf morgen seine Banane lieber am Stück essen und selber abbeißen möchte. Morgen möchte er sie wahrscheinlich wieder in Scheiben geschnitten haben ;-)

Seit ein paar Wochen geht Theo in die Krippe, krabbelt, kann alleine stehen und brabbelt in seiner eigenen Sprache. Er probiert gerne neue Gerichte aus und zeigt uns ganz genau, was ihm schmeckt und was nicht. Ein Lächeln und ein Kuss reichen, um eine turbulente Nacht oder nervenaufreibenden Tag vergessen zu lassen. Mama zu sein ist für mich gleichzeitig die schönste aber auch größte Aufgabe meines Lebens! Und auch die anstrengende Zeit am Anfang ist gefühlt schon ganz weit weg. Allerdings denke ich schon, dass ein bisschen mehr Ehrlichkeit und weniger Naivität mir gut getan hätte. Vor allem hätte ich mich nicht so sehr auf die vielen Ratgeber verlassen sollen ;-) Jedes Kind ist anders, und jeder empfindet anders.

Und jetzt ist alles gut so wie es ist.

Happy Birthday kleiner Mann! Mami hat dich so doll lieb!

Unterschrift

4 Comments on Mein erstes Jahr als Mama {ein kleiner Einblick in unser Leben}

  1. Kerstin
    1. Januar 2015 um 13:42 Uhr (3 Jahren ago)

    Ach Eva, so wahr! Man kann es sich einfach nur vorstellen, wenn man selber Mama ist. Es ist das schönste und anstrengeste zu gleich ein Baby zu haben! Fühl dich gedrückt und feiert schön Geburtstag morgen! Herzliche Grüße, Kerstin

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    • Eva
      1. Januar 2015 um 21:28 Uhr (3 Jahren ago)

      Danke du Liebe! Es wir bestimmt ein aufregender Tag ;-)
      Ganz liebe Grüße!

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  2. Kaddi
    1. Januar 2015 um 16:54 Uhr (3 Jahren ago)

    Hallo liebe Eva, ich musste so schmunzeln, als ich deinen Artikel gelesen hab. Gerade die ersten Zeilen kann ich nur unterschreiben! Rund um die Geburt, das Wochenbett ubd das Stillen wird oft in Büchern und in Erzählungen anderer eine rosarote Schleife gebunden, man selbst geht dann relativ naiv an diese Dinge ran. Das geht mir grad genauso! Gerade das Stillen hätte ich mir problemloser vorgestellt. An Bücher und Tee ist da nicht zu denken. Und auch die Worte einer Freundin (Stillen ist das Tollste, was ich erleben durfte) kann ich nicht immer teilen. Umso toller finde ich, dass du mit deinem Post ein bisschen Licht ins Dunkel bringst und nicht nur geschönt schreibst!
    Ich freue mich sehr für dich ubd deine kleine Familie und wünsche euch morgen einen tollen Geburtstag! Feiert ordentlich ubd geniesst den Tag!
    Ich drücke dich,
    Deine Kaddi

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    • Eva
      1. Januar 2015 um 21:29 Uhr (3 Jahren ago)

      Danke liebe Kaddi!
      Manchmal ist eben nicht alles rosarot ;-)
      Ganz liebe Grüße!

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