Allgemein Kinderwunsch Mama

Adoption – auf dem Weg zur Herzensfamilie {Ein Interview mit Britta}

Ich freue mich sehr euch heute meine liebe Freundin Britta vorstellen zu dürfen. Britta und mich verbindet eine sehr lange, ganz kostbare Freundschaft, mittlerweile seit über 20 Jahren. Wir haben uns in der Schule kennengelernt, haben uns wachsen und erwachsen werden sehen, haben auf unseren Hochzeiten getanzt, haben uns beim Mama werden begleitet und unterstützt. Britta ist jedoch auf einem anderen Weg Mama geworden, sie und ihr Mann haben vor zwei Jahren eine kleine Tochter adoptiert. Und weil dieser Weg etwas besonderes ist, einem nicht selten Steine in den Weg gelegt werden, es viele Hochs und Tiefs zu bestreiten gibt, hat es Britta sich zur Aufgabe gemacht werdende Eltern in ihrem Adoptionsprozess und auch davor und danach zu begleiten, sie zu coachen und zu unterstützen.Ich habe mit Britta ein kleines Interview geführt, das euch ihre Arbeit etwas näher bringt:

Liebe Britta, erzähl doch kurz wer du bist, woher du kommst. 

Hej, ich bin Britta, 36 Jahre alt, komme aus Kiel. Dort bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe studiert. Anschließend hat es mich und meinen Mann nach Hamburg gezogen. Vor 2,5 Jahren sind wir dann Eltern geworden und haben unsere Tochter adoptiert. Eine spannende und aufregende Zeit.

Du coachst werdende Eltern auf ihrem Weg vor, während und nach der Adoption. Wie genau kann ich mir die Arbeit mit den Paaren vorstellen? 

Der Weg der Adoption ist eine wahnsinnig emotionale Reise. Mit allem, was dazu gehört. Man durchlebt alle möglichen Gefühlswelten und steht an mancher Stelle vielleicht etwas alleine da. Natürlich finden Gespräche mit den offiziellen Stellen (Jugendamt, Adoptionsvermittlungsstelle) statt und man spricht mit Familie und Freunden. Dennoch kann sich niemand so richtig in diese Situation hineinversetzen. Im schlimmsten Fall wird man mit Äußerungen konfrontiert, die einen entmutigen oder verunsichern. Ich möchte den Paaren gerne durch meine Arbeit zeigen, wie sie bei sich bleiben. Wie sie sich auf ihren Weg, ihr Ziel konzentrieren. Dabei arbeite ich mit Gesprächen, Achtsamkeit und Dankbarkeit, kleinen Übungen und Hausaufgaben. Und das Ganze ausschließlich online. Die Paare können an einem Ort, an dem sie sich wohlfühlen, mit mir sprechen. Egal, wo das ist.

Du bist selbst den Weg der Adoption gegangen, gibt es etwas, was du in dieser Zeit vermisst hast, etwas was nach deinen Erfahrungen vielleicht hätte anders laufen können? Die werdenden Eltern mehr unterstützt werden können? 

Von offizieller Seite habe ich mich recht gut betreut gefühlt, konnte alle Schritte nachvollziehen. Und natürlich von unseren Freunden auch, vor allem als es dann drauf ankam. Ich hätte mir rückblickend tatsächlich darüber hinaus noch jemanden gewünscht, der mich begleitet, jemanden, der neutral und nicht beteiligt ist.

Das Thema Adoption ist bei Eltern mit Kinderwunsch und auch in unserer Gesellschaft oft noch ein eher abschreckendes Thema. Was glaubst du warum das so ist?

Das ist natürlich ein vielschichtiges Thema. Ich denke, dass es oft mit dem Gefühl, „versagt“ zu haben, verbunden wird. Der klassische Weg, eine Familie zu gründen, ist sicherlich immer noch, leibliche Kinder auf die Welt zu bringen. Klappt dies nicht, wirkt eine Adoption wie eine Alternative. Obwohl ja der eigentliche Wunsch ein anderer war. Das ist auch Teil meiner Arbeit und Mission: wäre es nicht schön, wenn Paare sich bewusst für den Weg einer Adoption entscheiden und ihn nicht nur als Alternativweg sehen?

Ein zweiter Punkt sind die vielen falschen Informationen zu dem Thema Adoption. Ich möchte jedem Interessierten raten, sich ausschließlich bei den zuständigen offiziellen Stellen über die formalen Voraussetzungen zu informieren. Denn das sind die einzig richtigen Informationen. Das ist etwas, was ich selbst in dieser Zeit damals gemacht habe. Und was mir sehr geholfen hat.

Den Leitsatz „bleib bei dir“ siehst du als Ziel deiner Arbeit. Magst du erzählen, warum das so wichtig ist?

In so einem Prozess mit vielen Höhen und Tiefen, ganz viel Außergewöhnlichem aber auch wunderbar Normalem ist man ständig mit dem Außen in Kontakt. Meinungen, Fragen, Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten, Unsicherheiten, Ängste. Ich fand es damals sehr schwer, sich davon nicht beeinflussen zu lassen. Und genau deshalb ist „Bleib bei dir“ zum Leitsatz meiner Arbeit geworden. Ich möchte durch die Gespräche mit meinen Klienten bewirken, dass sie sich auf den Weg, auf das Hier und Jetzt konzentrieren, nicht auf das Drumherum. Indem ich z.B. schaue, was denn schon alles da ist in ihrem Leben und sie dafür sensibilisiere. Denn natürlich ist das eine sehr aufregende aber eben auch ungewisse Zeit und da tut es gut zu schauen, wofür man denn JETZT schon dankbar sein kann.

Möchtest du Paaren, die vor der Entscheidung der Adoption stehen noch etwas mit auf den Weg geben?

Traut euch ! Geht diesen Schritt und trefft diese wunderbare Entscheidung !

Liebe Britta, vielen Dank, dass du uns einen kleinen Einblick in das Thema Adoption und deine Arbeit gegeben hast!
Wenn ihr mehr über Britta und ihre Arbeit erfahren, oder mit ihr Kontakt aufnehmen möchtet, dann schaut doch einfach mal HIER vorbei!
Eure Eva